Gibt es ein ideales Verhältnis von Wohnbevölkerung zu Beschäftigten? Und wenn ja: wie steht es zur Realität in der Stadt Zürich? Diese Frage verschiedener Politikerinnen und Politiker reichte die Stadt an Metron weiter. Die vergleichende, GIS-basierte Grundlagenstudie weist weit über Region hinaus.
Metron untersuchte nicht nur die Stadt und die Region Zürich, sondern auch verschiedene Vergleichsregionen: Von Winterthur, Basel und Bern, über Grande Genève, Lausanne-Morges bis München. 0.63 Beschäftigte kommen demnach im Schweizer Durchschnitt auf eine Person der Wohnbevölkerung. Im Kanton Zürich sind es bereits 0.71. In der Stadt Zürich dagegen arbeiten – wie in den meisten grösseren Städten – deutlich mehr Menschen als in der Stadt wohnen, nämlich 1.26 pro Einwohnerin oder Einwohner. Beispielsweise in Bern ist dieser Anteil mit 1.47 noch höher.
Von der geduldigen Statistik zur bunten Realität
Doch aus statistischen Durchschnittswerten Aussagen für die Stadtentwicklung abzuleiten, wird weder der heterogenen städtischen Realität Zürichs noch allgemein dem Ziel vielfältiger, lebenswerter Siedlungsräume gerecht. Zentral für die Lebensqualität und einen funktionierenden Stadt- und Siedlungsalltag sind auch die Verteilung und die Verknüpfung der Wohn- und Arbeitsorte in der Stadt und über sie hinaus. Die Studie setzt deshalb die Zahlen und Fakten in Kontext: Sie zeigt die Verteilung von Wohnen und Arbeiten und die Zusammenhänge zwischen Stadt und Umland, aber auch Korrelationen der Nutzungsverteilung mit der Mobilität auf.
Räume, Daten und Deutung
In sieben Kapiteln kommt die Studie schrittweise von einer breiten Gesamtsicht zu einer detaillierteren Betrachtung. Sie liefert fundierte zahlenbasierte Analysen, beleuchtet aber auch räumliche Zusammenhänge:
- Sie zeigt auf, welche Faktoren hohe Beschäftigtenanteile begünstigen und untersucht typische Entwicklungsprozesse und Muster solcher Gebiete.
- Sie setzt das Verhältnis von Beschäftigten zu Einwohnenden in Zusammenhang mit unterschiedlichen Raumtypen und verschiedene Gemeindetypen in der ganzen Schweiz.
- An ausgewählten Agglomerationen werden die Beziehungen zwischen Kernstädten und umliegenden Gemeinden analysiert und die funktionalen Räume eruiert.
- In Vertiefungen wird aufgezeigt, wie und aufgrund welcher Faktoren sich Räume mit unterschiedlichen Anteilen an Wohn- und Arbeitsbevölkerung im Siedlungsraum verteilen.
- Analysiert wird auch die Korrelation dieser Verteilung zur Mobilität – einerseits die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur als Standortfaktor für das Gewerbe; andererseits Folgen der Nutzungsverteilung für den Pendlerverkehr.
Das Ideal gibt es nur lokal
Die Studie zeigt – nicht ganz unerwartet – auf: Das ideale Verhältnis von Wohnen und Arbeiten und die Patentlösung zur Stadtentwicklung im Sinne des polyzentrischen, nutzungsdurchmischten Siedlungsraums gibt es nicht. Stattdessen bietet sie Zahlen, Fakten und Einblicke in die engen Beziehungsgeflechte zwischen Quartieren, Städten und Agglomeration – und damit Ansatzpunkte für die situativ angepasste Lenkung von Wachstum und Innenentwicklung. Die Studie ist öffentlich zugänglich, ebenso wie der Metron-GIS:
- Hier geht es zur Publikation der Stadt Zürich zur Studie.
- Hier steht der ganze Bericht als Download bereit.
- Grundlage der Studie war unter anderem das öffentlich zugängliche Metron-GIS, das aussagekräftige Auswertungen für die gesamte Schweiz ermöglicht – beispielsweise zu Gebäudenutzungen, Fussverkehrsmengen oder zur Nahversorgung in den Quartieren. Dort finden Sie auch die Web-Karten zur aktuellen Studie.
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