Die Baugenossenschaft Zürileu wagte zusammen mit Metron ein aussergewöhnliches Verfahren zur Erneuerung und Innenverdichtung ihrer Siedlung aus den 1950er Jahren. Man gewährte den Teams sehr viel Spielraum. Gewonnen hat dabei nicht nur das Team Studio Schloo/Böe Studio, sondern auch die Nachhaltigkeit: Der Entwurf interpretiert Erneuerung als Optimierung des Bewährten. Er setzt auf umfassenden Bestandserhalt und sorgfältige Ergänzung. Wir gratulieren dem Siegerteam!
Die Devise ‘Erhalten und Weiterbauen’ ist in aller Munde. Doch Wettbewerbserfahren, die den Planungsteams entsprechend viel Freiheit für solche Lösungen bieten – indem sie auf fixe räumliche Strategien und vorhergehende Machbarkeitsstudien mit festgelegtem Lösungsansatz verzichten –, bilden bislang die Ausnahme.
Ein motivierendes Verfahren
So waren die Teams angesichts der grossen Gestaltungsfreiheit hochmotiviert; die Jury war begeistert von der Vielfalt und Qualität der Ergebnisse; die Genossenschafterinnen und Genossenschafter freuen sich nun, nach Abschluss des Verfahrens, auf eine Verjüngung ihrer Siedlung, die zwar die prägenden, bewährten Elemente erhält, aber dennoch substanziell Neues hinzufügt – und somit künftig ermöglichen wird, zwischen unterschiedlichen Standards und Mietzinsen zu wählen. Auch der Gemeindepräsident von Regensdorf zeigte sich bei seinem spontanen Besuch der Schlussausstellung «positiv überrascht» über diese Lösung.
Flexibilität und Alltagstauglichkeit
Das typische Bild einer Siedlung der Nachkriegsmoderne mit den markanten gelben und roten Gebäuderiegeln und den alles umfliessenden Freiräumen wird erhalten bleiben, denn der Entwurf erhält fast die Hälfte die Bestandsbauten, stockt sie teilweise auf und kombiniert sie mit Ersatzneubauten, die auf dem Fussabdruck der Altbauten stehen. Im Zusammenspiel mit variablen und flexiblen Grundrissen entsteht so mehr und besser nutzbarer Wohnraum. Zugleich wird der Freiraum durch die grüne Mitte, durch ‘Nachbarschaftsplätze’, private Gärten und Gemeinschaftsgärten zum alltagstauglichen, lebendigen Rückzugs -und Begegnungsraum.
Ende März 2026 fand die Schlussausstellung aller Projekt statt, Ende Mai folgt eine Informationsveranstaltung für die Genossenschaft und nach der Abstimmung zum Projektierungskredit kann das Projekt in die Konkretisierung starten.