Der Stadtraum um den Winterthurer Bahnhof Grüze, den künftig zweitwichtigsten Bahnhof der Stadt, befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Im Zuge der Entwicklung des Schwerpunktraums «Grüze+» sollen hier bis etwa 2040 ein neues urbanes Quartier mit Wohn- und Arbeitsnutzungen und eine bedeutende Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr entstehen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Neugestaltung der öffentlichen Räume. Sie sollen in den kommenden Jahren einen gleichermassen stabilen und flexiblen Rahmen bilden: gleichsam die freiräumliche Konstante für ein Quartier im Wandel. Hierfür suchte die Stadt im von Metron betreuten Studienauftrag Konzepte, welche die stadträumliche Komplexität ebenso wie die Herausforderungen der etappierten Entwicklung meistern.
Mobilität, Stadtraumgestaltung, Freiraumentwicklung, Infrastruktur: die Anforderungen an den neuen Stadtraum sind vielfältig und, wie häufig an solch dichten Orten, gegensätzlich. Zugleich sind angesichts der langfristig ausgelegten Transformation heute noch nicht alle Rahmenbedingungen bekannt.
Kombiniertes Verfahren für einen komplexen Stadtraum
Deshalb wurde die Projektstudie um einen Ideenteil ergänzt: In der Projektstudie selbst waren konkrete Konzepte für die Teilgebiete Heidi-Bucher-Platz und Katharina-Hardy-Strasse südlich des Bahnhofs und Vorschläge zum Bahnhofplatz auf der Nordseite gefragt. Auch ging es um die Erweiterung der Personenunterführung zu einer kombinierten Fuss- und Veloverbindung. Die Ziele: Eine starke Identität für das neue Bahnhofgebiet, mehr Fokus auf den Fussverkehr, eine bessere Vernetzung und Massnahmen für das Siedlungsklima und die Stadtökologie. Ergänzend dazu sollte die Ideenstudie Entwicklungsansätze für die Bereiche Talackerstrasse und das Umfeld des Baudienstgleises aufzeigen, um die Feinvernetzung für den Fussverkehr im gesamten Bahnhofsumfeld zu gewährleisten.
Im Rahmen einer öffentlichen Präqualifikation wurden drei interdisziplinäre Planungsteams aus Landschaftsarchitektur, Städtebau/Architektur, Verkehrsplanung und Bauingenieurwesen ausgewählt. Die Teams erarbeiteten in einem ersten Schritt konzeptionelle Entwicklungsvorschläge und konnten diese im Rahmen einer Zwischenpräsentation mit der Jury spiegeln, um im weiteren konkrete Gestaltungsvorschläge zur Lösung der anspruchsvollen Aufgabe vorzulegen.
Solide Basis für die weitere Entwicklung
Die Jury empfahl das Projekt «Brücken schlagen» des Teams BÖE studio, Hosoya Schaefer Architects und B+S zur Weiterbearbeitung. Der Beitrag überzeugte durch ein prägnantes Gesamtkonzept, eine klare räumliche Verbindung zwischen den verschiedenen Bahnhofsebenen sowie durch die hohe Qualität der vorgeschlagenen öffentlichen Räume und der neuen Personenunterführung. Damit lieferte die Projektstudie eine tragfähige Grundlage für die weitere Projektierung des Stadtraums Bahnhof Grüze. Gleichzeitig konnten in einer Synthese zum Ideenteil wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung angrenzender Stadträume und Freiräume gewonnen werden.
Die intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Stadt Winterthur als Ausloberin, der SBB als Planungspartnerin und der Fachjury ermöglichte eine fundierte Auseinandersetzung mit den komplexen Rahmenbedingungen des Gebiets und schuf eine solide Basis für die nächsten Planungsschritte. Der Schlussbericht zum Studienauftrag ist auf der Website der Stadt Winterthur öffentlich einsehbar.
Massgeschneiderte Prozessbegleitung
Metron begleitete die Stadt Winterthur durch den gesamten Studienauftrag – von den Vorbereitungen mit der Stadt und der SSB über die Programmerarbeitung und die fachliche und organisatorische Begleitung des Verfahrens bis zu den Vorprüfungen der Präqualifikation und der Beiträge zum Studienauftrag selbst. Auch die Durchführung und Moderation der Juryanlässe, die Aufbereitung der Erkenntnisse aus dem Ideenteil als Synthese und die Schlussdokumentation über das Gesamtverfahren lagen bei Metron.
Zur Aktuell-Meldung