Gemeinschaftsräume, Veloparkierung, Freiraumelemente: Wächst eine Miet-Gemeinschaft, stehen die gemeinsam genutzten Flächen im Zentrum der Aufmerksamkeit. So auch am vergangenen Samstag, als Metron der Mieterschaft der Alten Chocolat-Fabrik in Aarau die Entwürfe für einen Erweiterungsbau vorstellte. Bis 2029 sollen 24 neue Wohnungen auf dem Areal entstehen. Ausgesprochen konstruktiv wurden die Pläne nun gemeinsam diskutiert.
Viel Zeit hatten sich die interessierten Mieterinnen und Mieter der Alten Chocolat-Fabrik in Aarau, kurz «Schoggi» genannt, genommen, um ihren Beitrag zu dem Entwicklungsvorhaben zu leisten. Zeit, in der Fragen geklärt, Kritik entkräftet und wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Projekts gegeben werden konnten.
Überzeugende Entwürfe für preisgünstiges Wohnen
«Wir sind heute wirklich einen grossen Schritt weitergekommen», freute sich Marc Knellwolf am Ende des Workshops. Der federführende Architekt der Metron hatte gemeinsam mit seinen Kollegen das Projekt vorgestellt. Neben dem Neubau mit preisgünstigen Wohnungen, einem Gemeinschaftsraum und Dachterrasse ging es auch um die Freiraumgestaltung und das Mobilitätskonzept. Einmal konkrete Pläne zu sehen und die Überlegungen hinter den Entwürfen kennenzulernen, trug offensichtlich zu Verständnis und Akzeptanz bei. Und so ging der Dank auch in die andere Richtung: von den Teilnehmenden an die Fachleute, die sichtbaren Wert darauf legen, den Charakter der Schoggi zu wahren.
Entwicklung für die Gemeinschaft
Ob bei der anfänglichen Verortung von Lieblingsplätzen auf dem Areal, dem gemeinsamen Mittagessen oder der Diskussion des Projektentwurfs: Während des Workshops wurde deutlich, wie stark sich die Mieterschaft mit «ihrer Schoggi» identifiziert. Verständlich, dass sie da skeptisch auf die Entwicklung schaut: Ist die Gemeinschaft noch das, was sie heute ist, wenn rund doppelt so viele Menschen dazugehören? Aufgabe der Architektur und Freiraumgestaltung ist es, den Raum dafür zu schaffen. Was die aktuelle Mieterschaft sich dafür wünscht, nahmen Planungsteam und Auftraggeberschaft am Samstag mit. «Da waren super Ideen dabei, die wir gut in unseren Entwurf integrieren können und werden», versichert Marc Knellwolf. Bis Juni ist dafür Zeit. Dann findet der nächste Siedlungsworkshop unter der Leitung von Mia Nold von IDEE21 statt.
Liegenschaftsverwalterin der Schoggi und Auftraggeberin des Erweiterungsbaus ist die Gemiwo, die Gemeinnützige Mietwohn AG. Deren Gründung geht auf ein Wohnbauprojekt der Metron zurück. Mit der Schoggi-Erweiterung knüpfen wir also an eine gemeinsame Geschichte des preisgünstigen Wohnungsbaus an. Und an Schoggi-Erfahrung: Schon den Umbau der Fabrik in ein Wohnhaus verantwortete 1987–1989 die Metron.
2021 erschien im Themenheft 37: Nachbarschaften ein Beitrag zur Schoggi.