Aktuelles – 02.04.2026

Kommunikation+: Partizipation in Tiefbaubauprojekten

Kommunikation+: Partizipation in Tiefbaubauprojekten

Letzte Woche gab unser Partizipations-, Moderations- und Mediationsprofi Oliver Bachmann ein Inputreferat beim ersten «Dialog Tiefbau». Dabei sollte es um Kommunikation von Tiefbauprojekten als Grundlage für deren Akzeptanz gehen. Doch wir sind überzeugt: Für eine erfolgreiche Umsetzung muss Akzeptanz lange bevor das erste Baustellenschild steht, geschaffen werden. Das Schlüsselwort lautet Partizipation.

Partizipation, Mitwirkung, war auch am «Dialog Tiefbau» gefragt, zu dem die Kommunikationsagentur Interpunkt AG und die Visualisierungsspezialistin Swiss Interactive AG eingeladen hatten. Denn nach drei Inputreferaten ging es vor allem um den Austausch zur Frage, wie und in welcher Form Kommunikation zum Erfolg von Tiefbauprojekten beitragen kann.

Raus aus der Einbahnstrasse

Gute Projekte, ob im Hoch- oder Tiefbau oder in der Planung, sollen möglichst vielen Menschen nützen. Darzulegen, wie dieser Nutzen aussehen kann, ist keine Marketingaufgabe, sondern Teil des Planungsprozesses. Wer frühzeitig in einen konstruktiven Dialog mit Betroffenen tritt, hat die Chance, sein Projekt tatsächlich gut (oder sogar besser) zu machen – und schafft damit eine solide Grundlage für Akzeptanz und eine erfolgreiche Umsetzung.

Möglich ist nicht gleich sinnvoll

Partizipation ist vielfältig, ja. Aber: «Eine offizielle Vernehmlassung ist nicht das, was wir unter Partizipation verstehen», stellt Oliver Bachmann klar. «Da bewegen wir uns erst auf der Vorstufe der Partizipation». Gemeint ist Stufe vier von neun auf der sogenannten Partizipationstreppe von Sherry R. Arnstein. Auch wenn es im Bereich Tiefbau wohl nie zur höchsten Stufe, der Selbstorganisation kommen wird: Echte Partizipation ist oftmals möglich. Sinnvoll ist sie allerdings nur, wenn sie tatsächlich etwas zur Projektqualität beitragen kann. So können betroffene Laien die Frage beantworten, in welchem Raum sie gerne leben möchten; die Randsteinhöhe und mögliche Umleitungen während der Bauzeit klären Fachpersonen. Um herauszufinden, ob ein Partizipationsverfahren sinnvoll ist, hat Oliver Bachmann fünf Fragen formuliert, die Akteure ehrlich beantworten sollten, bevor sie in Aktionismus verfallen.

Partizipation 3D

Ist es dann so weit und startet ein Partizipationsprozess, wirken drei Dimensionen: die Anzahl der Teilnehmenden, die Komplexität der Fragestellung und die Konfliktträchtigkeit des Projekts. Je mehr das Gewicht in einer Dimension oder mehreren Dimensionen zunimmt, desto grösser ist der Bedarf an einer Moderation. In kleinerem Rahmen kann möglicherweise eine Fachperson einen zweiten Hut aufsetzen. In komplexeren Situationen braucht es eine unabhängige Moderation, damit die Fachleute sich auf ihre eine Rolle konzentrieren können.

Mit seinem Referat schloss Oliver Bachmann beim Dialog Tiefbau die Lücke zwischen Planungsidee und ihrer Vermarktung. Wie Partizipation bei der Metron konkret aussehen kann, zeigen wir in unseren Kompetenzen.