Auftraggeber Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Bern und Solothurn
Jahr 2024–2025
Ort Aarau, Basel-Landschaft, Bern, Solothurn
Projektstand Abgeschlossen

Die Grundlagestudie untersuchte das Zusammenspiel von Regelbauweise (RBW) und Sondernutzungsplanung (SNP) in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Bern und Solothurn. Beide Instrumente wurden im Kontext der Verdichtung und der Qualitätssicherung analysiert und mögliche Potenziale zu deren Weiterentwicklung aufgezeigt.

Das 2014 in Kraft getretene revidierte Raumplanungsgesetz (RPG 1) strebt eine «hochwertige Siedlungsentwicklung nach Innen» an. Heute ist die Innenentwicklung im weitgehend überbauten Siedlungsgebiet Regel- und nicht Sonderfall. Darum müssen sowohl die Anforderungen an eine hochwertige Entwicklung, Klimaanpassung wie auch die Instrumente der Qualitätssicherung sich auf das ganze Gebiet ausrichten. In der Praxis wählen kantonale Fachstellen und Gemeinden die Sondernutzungsplanung(-spflicht), weil diese Herausforderungen nicht im gewünschten Masse mit der Regelbauweise gelöst werden können. Unflexible kantonale und kommunale Vorschriften fördern die Sondernutzungsplanungen.

Auch die vier Kantone nehmen die Belastung durch SNP in ihrer Geschäftstätigkeit wahr und beauftragten die Metron Raumplanung AG mit der Grundlagenstudie. Metron machte eine GIS-gestützte Datenerhebung von SNP und SNP-Pflichten und realisierte eine systematische Auswertung kantonaler Regelungen, Grundlagen und Beispiele. Zudem führte sie Interviews mit Personen in den Planungsämtern der beteiligten Kantone. Die Auswertung überrascht: Tatsächlich ist die Anzahl der SNP in den letzten 10 Jahren konstant. Die wahrgenommene Belastung ist auf die zunehmende Komplexität, die erforderlichen Abstimmungen und vielfältigen Bedürfnisse zurückzuführen. Die Studie zeigt, dass der Bedarf an «Interessensabwägungen» und «Bedarfsnachweisen» gestiegen ist

Die Erkenntnisse diskutierte die Metron-Echo-Gruppe der Raumplanenden. Sie brachten ihr Praxiswissen auf Ebene Bund, Kantone und Gemeinden ein und schätzten ein, welche Potenziale die RBW und SNP bieten. Der interne Austausch bestätigt das Fazit der Grundlagenstudie: Für komplexe Vorhaben sind Sondernutzungspläne weiterhin zentral. Die Regelbauweise kann durch flexible Bauvorschriften, ortsbauliche Arbeitshilfen und Qualitätssicherung gestärkt und die Anzahl Sondernutzungsplanung so reduziert werden.

Das Projekt führte zu einem kantonsübergreifenden Erfahrungsaustausch und gibt Empfehlungen für die individuelle Weiterbearbeitung. Im Verbund mit den Nutzungsplanungen der Gemeinden können die Kantone die RBW kantonsspezifisch stärken – und so die SNP und SNP-Pflichten reduzieren. Mit der Grundlagenstudie ist ein erster Schritt getan.