Biodiversitätskonzept Erstfeld

Auftraggeber Gemeinde Erstfeld
Jahr 2025–2026
Ort Erstfeld
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Die Gemeinde Erstfeld kennt und pflegt ihre Werte: Eine intakte, artenreiche Natur ist einer davon – eine tragende Säule der Lebensqualität und ein wichtiges Kapital der touristischen Destination. Im Bewusstsein, dass Biodiversität auch in ländlichen Regionen kein Selbstläufer mehr ist, hat die 4000-Seelen-Gemeinde im Reusstal bei Metron ein Biodiversitätskonzept in Auftrag gegeben.

Mit 19 konkreten Massnahmen in sieben Handlungsfeldern setzt das Konzept auf eine bodenständige Kombination aus weitsichtigen Zielen und pragmatischen, wirtschaftlich tragbaren Umsetzungsvorschlägen, auf ein gut austariertes Zusammenspiel zwischen Planung, Umsetzung und Pflege, zwischen Eigeninitiative, gemeinsamer und kommunaler Verantwortung. Der Fokus liegt dabei auf dem Siedlungsgebiet, denn gerade hier gibt es viele Herausforderungen, aber auch wirkungsvolle Hebel – von der ökologisch sinnvollen Planung und Pflege öffentlicher Räume über die Vermeidung von Hindernissen für Kleintiere bis zur Reduktion von Lichtverschmutzung und unnötiger Versiegelung.

Mit System zur ortsspezifischen Strategie

Der massgeschneiderten Lösung liegt ein systematischer Erarbeitungsprozess zugrunde: Basis des Konzepts ist eine umfassende Analyse von Landschaft, Siedlungsraum, Lebensräumen, Arten und Neophyten. Sie zeigt Werte, Defizite und Möglichkeiten zur besseren Vernetzung von Siedlung und Landschaft auf. Auf diesem Wissen baut die Strategie auf: mit den sieben Handlungsfeldern – von der Biodiversitätsförderung über die Ökosystemleistungen bis zur Sensibilisierung der Bevölkerung – und den zugehörigen Zielen. In einem Plan ist das Zielbild visualisiert und verortet: ein vernetzter, klimaangepasster und artenreicher Lebensraum von der Siedlung bis in die Landschaft.

Vom guten Plan auf den Boden der Realität

Das Biodiversitätskonzept wurde parallel zum Siedlungsleitbild erarbeitet. Zusammen bilden sie die eng abgestimmte Grundlage für die anstehende Nutzungsplanungsrevision. So ist die Förderung eines gesunden Artenreichtums nicht optionale Zusatzaufgabe, sondern integraler Bestandteil der langfristigen Gemeindeentwicklung. Das Ziel ist, zentrale Inhalte des Biodiversitätskonzepts grundeigentümerverbindlich zu verankern – mit konkreten Flächenzielen und expliziten Qualitätsvorgaben.

Der Papiertiger bekommt Zähne

Das Biodiversitätskonzept ist als realistisches Werkzeug für den Gemeindealltag konzipiert, das war der Gemeinde wichtig. In diesem Sinne folgt das Konzept, wo möglich, dem Opportunitätsprinzip und verknüpft Biodiversitätsmassnahmen mit ohnehin anstehenden Projekten wie Strassenraumgestaltungen oder Bauprojekten im öffentlichen Raum. Es verankert neben anderen auch die ökologischen Infrastrukturen in der Nutzungsplanung. Und es zeigt unterschiedliche Wege zur Umsetzung der Ziele auf – im Privatgarten, in kommunalen Projekten oder übergreifend in Zusammenarbeit mit dem Kanton.  Ein wichtiger Aspekt ist auch die Transparenz: Dank Plan, Bericht und dem Faltblatt «Biodiversität beginnt vor der Haustür» weiss die Bevölkerung, was die Gemeinde verspricht – und kann sie daran messen.

www.erstfeld.ch

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