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Gratwanderung

Sadhyo Niederberger
4. Juni bis 9. November 2010

Auf dem Grat gehen, der Tiefe immer bewusst, viel Himmel und Höhe locken. Gratwanderung impliziert Aufstieg und Möglichkeit des Falls, Grenzgang, am Rande der eigenen Möglichkeiten. Der Berg, eine Faltung aus Felsen und Schluchten, hier als kompaktes Objekt: glatte Oberfläche, die Ebenen führen zusammen, bilden eine Anzahl von Gräten, sich verdoppelnd auf der spiegelnden Fläche, die Tiefe geht ins Unendliche.

Die Farbe fliesst, gelb und blau im Wetteifer, stürmt über den Gipfel, der Fokus ist auf der Bedrohung, dem Sog nach unten. Zwei Figuren, die unpassend gekleidete Dame, der schnittige Herr mit Fernglas – ob sie sich ihrer Gratwanderung bewusst sind?


Sadhyo Niederberger Gratwanderung 2010, Kartonobjekt, Acrylfarbe, Bleifiguren, Spiegel