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F R O H S I N N / Christian Lichtenberg
23. Mai bis 24. November 2008

Ist FROHSINN eine genetisch bedingte Charaktereigenschaft, eine willentliche Entscheidung oder ein Gemütszustand, der in gewissen Umständen einfach entsteht?

Googelt man das Wort FROHSINN im Computer, erscheinen dutzende von Restaurants und Gasthöfe auf dem Bildschirm. Unterbrochen werden diese nur noch von Männerchören desselben Namens. Dies würde den Schluss zulassen, dass dieser Begriff in der Nähe einer gewissen Bierseligkeit anzusiedeln ist.
In der sinn- und sachverwandten Verbindung von Wörtern, bringt der abendländische Duden das Wort mit einer heiteren Gemütsstimmung und Fröhlichkeit in Verbindung.

Die asiatisch, buddhistische Betrachtungsweise sagt hingegen, dass der weltliche FROHSINN (Vergnügung) der nahe Feind der Mitfreude sei.

Wie dem auch sei, ich hielt mich an das Wort selbst. Darin stecken die Wörter FROH und SINN.

Als eine Art Symbol des FROHSINNS empfinde ich kleine, zwitschernde und freche Vögelchen, die in Bäumen sitzen oder am Himmel fliegen. Dies brachte mich auf die Idee des offenen Vogelkäfigs.
Um die Installation aber nicht nur auf eine metaphorische und formgewordene Idee zu beschränken, beschloss ich, sie mit einer zum Zeitpunk der Ausstellung zwar unsichtbaren, aber dennoch real und konkret stattgefundenen Aktion zu verbinden. Ich kaufte in Laos 24 gefangene Vögelchen, trug sie auf einen heiligen Berg hinauf und schenkte ihnen die Freiheit. Der kalte Tropfen auf den heissen Stein macht diesen zwar jetzt nicht kühler, aber zumindest 25 Wesen (inklusive mich selbst) konkret FROH und schenkte mir zusätzlich noch das Gefühl, etwas SINNvolles getan zu haben.
Also eine Art FROHSINN.

Ist vielleicht der FROHSINN eine eher naive Gemütsverfassung, die wir aus der dominierenden Vorherrschaft des Intellektes befreien müssen?