Der Kongress «Stadt–Energie–Verkehr» am 18. Juni 2010 in Zürich
Längst haben wir die Grenzen unseres Verkehrssystems überschritten. Weitere Umfahrungsstrassen und Entlastungsstrecken für die Bahn sind kaum mehr finan¬zierbar, die Zersiedelung nimmt immer mehr zu. Ist die Elektromobilität, also die Fortbewegung mit Elektrofahrzeugen, das Zaubermittel, das alle Probleme löst?
Mit dieser Frage beschäftigt sich Marc Schneiter von Metron Verkehrsplanung AG in seinem Beitrag am Kongress «Stadt–Energie–Verkehr», den die Stadt Zürich mit internationalen Experten veranstaltet.
Tatsächlich wird die Fortbewegung mit Elektrofahrzeugen verschiedene derzeit vorhandene Probleme entschärfen oder lösen, so etwa die Lärmproblematik, den CO2-Ausstoss und die Abhängigkeit vom Erdöl. Unverändert bleiben aber der hohe Flächenverbrauch und die Tendenz des motorisierten Individualverkehrs, eine räumlich verstreute Siedlungsweise, also die Zersiedelung zu fördern. Denn Mobilität und Siedlungsstruktur beeinflussen sich gegenseitig. Der Weg zu einer nachhaltigen Mobilität kann deshalb nur über nachhaltige Siedlungsstrukturen erfolgen. Diese zu schaffen, wird die Aufgabe – und die Herausforderung – der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein. Konkret bedeutet das: Wir brauchen Siedlungsräume, in denen unsere alltäglichen Wege zur Schule, zur Arbeit, zum kleinen Einkauf, für Nachbarschaftskontakte und ähnliches möglich sind, ohne dass wir motorisierte Verkehrsmittel benötigen. Daneben gilt es vor allem, den öffentlichen Verkehr in den Agglomerationen zu verstärken, von der Errichtung peripher gelegener Einkaufszentren abzusehen und den Anschluss an Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnachsen zu verbessern.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Marc Schneiter, [marc.schneiter@metron.ch]
oder unter [www.stadt-energie-verkehr.ch]